Andachten
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Aus dem Gemeindebrief Pfingsten 2010:
Bist du denn von allen guten Geistern verlassen?
Dieser Satz kann erbost klingen. Er kann aber auch erstaunt klingen über jemanden, der ein bisschen verrückt und ausgelassen ist.
Gute Geister brauchen wir, das sagt der Satz auch. Ganz im Gegenteil zu dem, was wir uns unter bösen Geistern vorstellen. Sie können einen Menschen quälen und binden und immer wiederkehrende negative Gedanken und Muster hervorbringen.
An Pfingsten wünschen wir uns, dass ein guter Geist in unser Leben kommt. Dieser Geist wird in der Bibel sehr unterschiedlich beschrieben: Er (besser gesagt „sie“ im Hebräischen) schwebte über der Urflut bei der Schöpfung. Es ist ein Wind, eine (Friedens-)Taube, ein Feuer. Es ist ein Tröster, ein Fürsprecher, ein Anwalt. Die Geistkraft hilft beten, gibt Worte ein, begleitet, beflügelt, hilft mitfühlen und deuten, hilft fremde Welten verstehen, hilft aushalten und Geduld haben.
Mir gefällt diese Vielfalt. Ich freue mich, dass ich meinen Geist dabei nicht festlegen muss. Ich kann aus verschiedenen Vorstellungen schöpfen, was mir gerade hilft.
Und schließlich wirken, so wie die Bibel es beschreibt, gerade geisterfüllte Menschen auf andere so, als seien sie das Gegenteil von geisterfüllt, nämlich von allen guten Geistern verlassen. Was an Pfingsten geschah, deuteten Außenstehende zunächst einmal so: „Sie sind voll von süßem Wein.“ (Apg. 2,13)
Tja, jetzt weiß ich gar nicht, was ich mir wünschen soll, am besten etwas von beidem: etwas guten Pfingstgeist und etwas „von allen guten Geistern verlassen sein“.
In diesem Sinne ein frohes Pfingstfest wünscht Ihnen
Ihre Pfarrerin
Heidi Kääb-Eber