Von 1958 – 1997 war der Arzt Dr. Heinrich Dohn fast 40 Jahre Kirchenvorsteher der Evangelischen Kirchengemeinde St. Lukas.
Er war hier über Jahrzehnte der ruhende Pol, während viele Pfarrer und Pfarrerinnen, Vikare und Vikarinnen, Diakone, SozialarbeiterInnen kamen und gingen. Er blieb zusammen mit seiner Frau in der Lukasgemeinde unermüdlich tätig, die meiste Zeit als Vertrauensmann des Kirchenvorstands.
Er war nicht immer bequem, doch stets mit vollem Herzen bei seiner Gemeinde. Auch in den Jahren, als er seine Frau pflegte, begleitete er die Lukasgemeinde wohlwollend und brachte sich mit vielen Überlegungen ein - auch noch im hohen Alter.
Die Kirchengemeinde und der Kirchenvorstand gedenken ihres langjährigen Mitarbeiters mit großer Dankbarkeit.
Als Kirchenvorsteher trug er große Verantwortung in der weit verstreuten Diasporagemeinde mit ihren zu seiner Zeit drei Kirchen, verschiedenen Predigtstationen in Krankenhäusern und Altenheimen und dem evangelischen Kindergarten. Er kümmerte sich um Finanzen, das Personal, Veranstaltungen zum Aufbau und zur Pflege einer lebendigen Gemeinde. Er schenkte der Gemeinde viel von seiner Zeit, viele Abende und Wochenenden. Wichtig war ihm besonders die Arbeit mit der Bibel. Ein Hausbibelkreis, den er vor Jahrzehnten gegründet hatte, trifft sich immer noch monatlich in verschiedenen Familien reihum. Als Vertrauensmann war er Repräsentant der Gemeinde und bereitete die Sitzungen mit dem Pfarrer vor. Er konnte in dieser Position in der Gemeinde etwas bewegen – und er tat es auch.
Er engagierte sich als aktiver Christ in der Gemeinde auch für gesellschaftliche Fragen. St. Lukas zeigte – und das war seine Auffassung vom Glauben - dass Gebet, Bibellesen, Gottesdienst, und gesellschaftspolitisches Engagement zusammengehören. Aktiv unterstützte er auch Gemeindeglieder, die gegen die Rassentrennung in Südafrika waren. Das brachte ihm manchen Protest von Andersdenkenden in der Gemeinde ein.
Seine besondere Leidenschaft war das Reisen. Als er in den Ruhestand ging, übernahm er von Pfarrer Küffer die Durchführung von Gemeindereisen, die viele Gemeindeglieder in nahe und ferne Länder brachte. Mit diesen Reisen hat er vielen Menschen jahrelang die Möglichkeit gegeben in Ländern, die sie sicherlich nicht alleine bereist hätten, Land und Leute, Kultur und Religion kennenzulernen. Die Vorbereitungen und Durchführung dieser Reisen mit Andachten, Liedern und vielen Besichtigungen und Gesprächen war eine seiner Stärken. Durch diese Unternehmungen erlebten viele Menschen christliche Gemeinschaft hautnah. Damit stärkte er auch den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde.
Dr. Dohn, der Hausarzt bei vielen Gemeindegliedern war, etablierte auch die Partnerschaft mit der Gemeinde Grumbach im Erzgebirge. Die freundschaftlichen Beziehungen der Familie Dohn zu der dortigen Pfarrersfamilie wurden auf die beiden Gemeinden übertragen. Er unterstützte auch immer wieder die Kirchengemeinde finanziell bei Projekten, trotz der Verpflichtungen für seine große siebenköpfige Familie. Seine großzügige Spende für die südafrikanische Praktikantin Nompumelelo Mncwabe war z.B. der Startschuss für die Schaffung und Finanzierung eines Arbeitsplatzes in der AIDS-Prävention in Südafrika. Ihm zur Seite, mit eigenen Arbeitsbereichen stand seine Frau Edith. Ehrenamtlich kümmerte sie sich um kranke und alte Menschen, um Asylsuchende und viele, die sie brauchten. Sie verwöhnte auch junge Familien mit Gebäck oder anderen Überraschungen. Ein offenes Haus und Gastfreundschaft für BesucherInnen aus der damaligen DDR und auch aus anderen Ländern war Familie Dohn selbstverständlich.
